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Freitag, 19. Juni 2020

Wer die Welt nicht leicht nimmt, dem macht sie Schwierigkeiten. Hafis (Ḥāfeẓ)

Du gehst in eine Arbeitsgruppe und freust dich. Du bist voller Lösungen und guter Gefühle. Du glaubst, dass alle nach ein paar Minuten fertig sind und sich erholen dürfen und die Sonne genießen können. Du bist ja voller super Ideen.
Mit deiner Leichtigkeit gehst du in die Arbeitsgruppe und strahlst alle an. Ja, du wirst gleich deine vielen Ideen teilen und alle werden dir wunderbar dankbar sein und deine Kreativität und deinen Geist schätzen. Du siehst dich schon mit einer Tasse Kaffee in der Hand gleich in der Sonne sitzen. Du ahnst schon was da kommt, oder? Kennst du! Ich muss nichts mehr sagen.
Du sitzt mit lauter Menschen zusammen, denen der Lehm an den Füßen klebt. "Was ist das aber auch schwer! Wie sollen wir das bloß schaffen! Das ist viel zu viel. Das ist viel zu schwer. Das ist eine Zumutung!" Du kommst mit deinen leichten Lösungen und die erste Person sagt: "Danke für deine tolle Idee. Aber..." oder "Eigentlich gefällt mir, was du sagst..." Den Rest des Satzes kannst du dir denken.
Die Sonne geht unter. Der Kaffee wird kalt. Deine Laune sinkt. Du hast verloren. Wer die Welt nicht leicht nimmt, dem macht sie Schwierigkeiten. Niemand in deiner Arbeitsgruppe kennt das Geheimnis des Lebens. Du bist der Schöpfer, die Schöpferin. Wenn du es dir schwer machst, wird es schwer. Du hast es ja so erschaffen. Und wenn in einer Arbeitsgruppe zwei oder drei Menschen so drauf sind, dann musst du einpacken und das Weite suchen.
Wenn du in die nächste Arbeitsgruppe gehst lass dir die Leichtigkeit nicht nehmen. Nimm dir vor, fest dabei zu bleiben, dass es ganz leicht ist. Du weißt ja, dass die Welt Schwierigkeiten macht, wenn jemand die Welt nicht leicht nimmt. Die anderen werden auf jeden Fall versuchen, schwer zu sein! Sie wollen es so! Du wirst sie nicht davon abbringen. Bleibe auf jeden Fall leicht. Egal, was die anderen machen. Geh innerlich einen Schritt zurück und gib deinem Team Anerkennung. Sie wollen das beste, so wie du. Aber sie können nur schwer. Sie wissen noch nicht, dass sie Schöpfer sind. Sie empfinden noch wie Sklaven, wie Abhängige! Puste virtuelle Seifenblasen in den Raum. Lass geistige Federn schweben und bleib auf jeden Fall leicht. Denke an Momo von Michael Ende. Da gab es doch dieses grauen Männer. Du bist keiner von ihnen! Ich flüstere es dir jetzt ins Ohr. Komm mal ganz nahe zu mir: "Du bist ein Engel! Ein wunderbarer leichter Engel! Vergiss das nicht!"
www.matthias-koenning.de


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