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Sonntag, 24. Dezember 2017

Adventliches Abenteuer Nr. 24 Wenn du jenseits aller deiner Ziele bist...


Einige Tage vor dem Beginn der Adventszeit fiel mir ein, dass Advent und Adventure doch sehr ähnlich klingen. Advent heißt Ankunft und Adventure Abenteuer. Hat Advent etwas mit Abenteuer zu tun? Die meisten Menschen wünschen sich eher eine beschauliche Zeit mit Kerzenschein und Kaminwärme. Mal nicht hetzen. Zeit für sich haben. Nachdenken. Zur Ruhe kommen.

All das verspricht der Advent nicht. Er verspricht das Abenteuer. Er lädt dich ein, die Herausforderung anzunehmen und die Komfortzone zu verlassen. Hast du Lust auf ein Abenteuer? Ich lade dich ein!

Abenteuer Nr. 24: Wenn du jenseits aller deiner Ziele bist...

Wenn du ein Ziel vor Augen hast gibt es einen Impuls zu laufen. Dich zu bewegen. Du möchtest da hin. Du möchtest das Ziel erreichen und du hast eine Erwartung am Ziel. Du möchtest zum Beispiel nach Bethlehem um Liebe zu erfahren. Du möchtest harmonisch Weihnachten mit deiner Familie erleben und trägst in dir Wünsche, Hoffnungen und Befürchtungen. Mit den Zielen verknüpft sich der Wunsch von Erreichen, etwas finden, etwas bekommen. Und das macht dich abhängig. Dir fehlt ja etwas und du machst dich auf den Weg, um das Fehlende zu bekommen. Du bist also unterwegs mit einem Mangel. Mit einem „Fehlenden“, einem „Fehler“. Was ist, wenn deine Hoffnung sich nicht erfüllt? Wenn du enttäuscht wirst! Wenn alles anders kommt? Wenn das Ziel nicht das hergibt, was du dir gewünscht hast?

Du kannst dich jenseits aller deiner Ziele bewegen. Was liegt wohl hinter deinem Ziel? Der Ort hinter deinem Ziel ist selbst kein Ziel mehr. Es ist nur noch ein Ort. Ohne Namen. Ohne Bedeutung. Ohne Wunsch und Wille. Ohne Mangel und Bedürfnis. Lediglich ein Ort wie jeder andere Ort auf dieser Welt.
Jenseits aller Ziele gibt es nur noch den Ort. Wenn es nicht mehr auf den Ort ankommt, dann kannst du jeden Ort der Welt benutzen für das, was dich ausmacht. Der Ort, an dem du dich jetzt gerade aufhältst, ist der Ort. Ist damit auch das Ziel. Du entleerst dich aller Wünsche und Bedürfnisse. Allen Wollens und der Anstrengung. Du nimmst wahr, was jetzt ist in diesem Augenblick. Und wenn der 24. Dezember da ist, wie heute, dann bist du nicht an einem Ziel angekommen, der dich befriedigt oder enttäuscht. Du bist da und nimmst wahr. Du erlebst und spürst und bist da – mit ganzer Aufmerksamkeit, mit allen Sinnen. Mit totaler Präsenz. Jenseits aller Ziele hören die Anstrengung und das unbedingte Wollen auf. Und der Schmerz in der eigenen Weihnachtsfamilie, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Nenne mir eine einzige total heile Familie auf dieser Welt! Du wirst keine finden. Es wird immer etwas fehlen. Etwas Kleines oder etwas Großes. Und auch das Kleine kann sich übermächtig anfühlen. Jenseits aller Ziele muss es nicht mehr heil sein. Dort gibt es die Akzeptanz, dass die Unvollkommenheit ein Bestandteil dieser Existenz ist. Und es gibt die Möglichkeit, diesen Mangel zu erforschen. Neugierig damit zu sein. „Abenteuerlustig.“
Die Christen erinnern sich ja gerade daran, dass Gott ein solcher Abenteuerlustiger ist. Wenn er es macht, warum nicht auch du und ich?

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