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Montag, 31. August 2015

Das Leben ist hart, aber die einzige Zeit, in der man Spaß haben kann.

Es muss Spaß machen! Diesen Anspruch höre ich oft. Die Arbeit muss Spass machen. Der Urlaub muss Spaß machen. Alles muss Spaß machen. Keinen Spaß zu haben ist nicht cool. Locker und leicht sollte das Leben sein.
Doch leider ist es hart, das Leben. Du musst zur Arbeit. Du musst Geld verdienen. Du musst dich benehmen. Du bist ein Sklave.
Echt? Das Leben ist hart, aber die einzige Zeit, in der man Spaß haben kann. Es klingt wie ein Kampf. Den Spaß muss ich mir von der Härte des Lebens abringen. Ich muss aufpassen, dass die Freude nicht zu kurz kommt.
So kommt mir das Leben von vielen Menschen vor. Die Gelegenheiten nutzen! Nichts verpassen! Da sein, wo etwas los ist! Du darfst nichts versäumen1 Du möchtest dabei sein und mitreden können.

Mir ist eine solche Einstellung fremd. Wohl aber ein Spiegel eines Teiles unserer Gesellschaft. Das Leben ist für mich weder hart noch weich, weder stressig noch spaßig. Das Leben ist!
Das Leben ist das Leben ist das Leben! Du kannst und du darfst und - du musst nichts!

Auch Spaß kann zu einer irrsinnigen Anstrengung entarten. Das Leben gleicht einer Blumenwiese und lädt dich jeden Tag zum Pflücken ein. Du pflückst dir den Blumenstrauß, der dir entspricht. Du sagst Ja dazu und mehr gibt es nicht zu sagen.

www.matthias-koenning.de

Samstag, 29. August 2015

Ich bin eine © Limited Edition


Ich bin eine "Limited Edition". Mich gibt es nur einmal! Ein einziges Mal! Ich bin kostbar und einmalig! Es gibt viele Männer auf dieser Welt und ich bin von denen ganz einzig.
Darum gehe ich mit mir um wie ich auch sonst mit einzigartigen Dingen umgehe. Ich pflege mich, ich behüte mich und ich gebe gut darauf acht, dass ich das bekomme, was mir gut tut.
Und ich wünsche mir, dass du auch pfleglich mit mir umgehst. Ich bin nämlich eine "Limited Edition". Ich möchte, dass du das nicht vergisst! Wenn du mich verbal oder gedanklich schlägst, dann vertrag ich das nicht so gut. Das gibt Dellen in meiner Einmaligkeit!
Ach so! Du bist auch eine "Limited Edition!" Ja, das stimmt! Du bist auch einmal! Total! Wie wunderbar! Gut, dass du mich daran erinnerst. Manchmal vergesse ich das. Auf einmal habe ich dir gedanklich und emotional etwas über die Rübe gegeben und deine Einmaligkeit nicht gesehen! Dabei bist du wirklich eine "Limited Edition" sogar mit einem © . Du bist schützenswert! Du hast einen Rechtsanspruch darauf! Niemand hat die Erlaubnis, dir das zu nehmen. Ich auch nicht!
Auch, wenn ich einmal sauer bin auf dich oder auf mich. Ich bleibe eine "Litmited Edition" mit Rufzeichen und Rechtsanspruch. Solltest du das vergessen werde ich dich daran erinnern. Und zugleich bitte ich dich, mir nicht die rote Karte zu zeigen sondern die grüne: "Hallo, du bist eine Limited Edition! Geh pfleglich mit dir und mir um!"
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Freitag, 28. August 2015

Ich mache keine Fehler, sondern ich lerne nur dazu.


Das Zimmer ist noch nicht aufgeräumt. Der Garten sieht ungepflegt aus. Ich habe keine Zeit! Du musst noch einkaufen! Das hast du vergessen! Dies fehlt hier. Wer hat das kaputt gemacht? Du bist zu spät gekommen. Du hast nicht aufgepasst. Dies ist nicht richtig! So macht man das nicht!
So viel müssen wir noch machen! Du bist zu langsam! Du bist nicht sorgfältig genug! Das hätte nicht passieren müssen. Das war völlig überflüssig! Du hast es doch gewusst! Warum hast du es dennoch anders gemacht! Jetzt stehe ich da!

Kennst du solche Sätze? Wie viele davon denkst du jeden Tag? Wie viele davon hörst du oder sprichst du selber aus? Wenn mal eine ganze Litanei davon heruntersprichst wirst du folgendes feststellen: Es zieht dich herunter! Es macht dich fertig! Es setzt dich unter Druck und macht dir ein schlechtes Gefühl!

In wie vielen Situationen im Leben sind wir defizitorientiert? Wir sehen nur das, was fehlt, was fehlerhaft oder ungenügend ist. Irgendwann hörst du auf. Du resignierst. Du wendest dich ab!

Dein Zimmer hat tolle ordentliche Bereiche. Der Garten ist voller duftender Wildkräuter. Ich habe eine halbe Stunde Zeit für dich. Gut, dass du an so viele Dinge gedacht hast. Ich freue mich über deine Sorgfalt. Gut, dass es kaputt ist, jetzt hast die die Erfahrung gemacht, wie zerbrechlich Porzellan ist. Jetzt kann ich dir erst meine kostbaren Gläser anvertrauen, weil du ein Gefühl für die Kostbarkeit der Dinge entwickelt hast.

Stell dir eine fehlerfreundliche und entwicklungsbereite Welt vor! Was würde sich dann in deiner Familie verändern? In deiner Arbeitswelt oder Nachbarschaft! Ich wünsche dir einen Raum, in dem du dich gut weiterentwickeln kannst. Du gehst wohlwollend mit allem um was ist. Und alles was ist, wird wohlwollend mit dir sein!
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Donnerstag, 27. August 2015

"Mach Tempo, dann lebst du doppelt so viel!"


Verlockend, nicht wahr? Mit ein wenig Geschick und Organisationstalent schaffst du das Doppelte an einem Tag. Du könntest mit deinem Arbeitgeber sprechen, dass du schneller arbeitest, dafür früher nach Hause gehst und dort dich den Dingen widmest, die dir sonst noch am Herzen liegen. Familie, Hobbys, Weiterbildung, Renovierungen... Du könntest gleichzeit das Leben eines Rentners und eines Arbeiters führen. Du würdest doppelt so viel leben.
Im Buch Momo kommen ja die grauen Männer und rechnen den Menschen vor, wie sie Zeit sparen können, damit sie mehr Zeit haben.  Und nach diesem Prinzip funktioniert ja auch die Wirtschaft. "Mach Tempo, dann lebst du doppelt so viel!" Diesen Spruch habe ich im Radio gehört in einem Beitrag, wo es um den Umgang mit der Zeit geht.
"Mach Tempo!" Das erinnerte mich an meine Kindheit und Jugendzeit. Mein Vater arbeitete in einer Schuhfabrik und versorgte die ganze Familie mit Heimarbeit. Schule, Mittagessen, Hausaufgaben, "Heimarbeit", Freizeit... Das unterschied uns von vielen anderen Familien. Der Berg von Schuhschäften! Arbeiten im Akkord! "Mach Tempo!" Dann bist du schneller fertig und kannst auf die Straße. Das hatte durchaus eine eigene Kinderlogik. Dadurch prägt sich schnell ein bestimmter Lebensstil ein. "Immer schnell!" Im rasanten Tempo durchs leben. Ich könnte ja am Ende auch früher Schluss machen, denn ich habe ja alles erledigt!
Ich behaupte einfach mal das Gegenteil: "Mach langsam, dann lebst du doppelt so intensiv!" Das ist der Nachteil am Tempo. Das Genießen kommt zu kurz und die Seele bleibt auf der Strecke. Ich wünsche dir einen guten Ausgleich zwischen Tempo und Müßiggang, damit sich dein Leben kohärent anfühlt und du in einer guten Balance bist. 
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Mittwoch, 26. August 2015

Zwischen Angst und Hoffnung!



In einem Liedtext von Ludger Edelkötter las ich die Zeilen: „Zwischen Angst und Hoffnung leben wir und möchten doch gern glücklich sein und Sinn erfahren.“ Heute möchte ich mit dir meine Aufmerksamkeit richten auf das „Dazwischen“.
Selten sind wir voller Angst und selten befinden wir uns im absoluten Glückszustand. Oft befinden wir uns im Dazwischen – nicht mehr ganz ängstlich und doch ein wenig glücklich. Wenn wir gehen, trägt zunächst der rechte Fuß unser Gewicht und wird abgelöst durch den linken. Auch dort gibt es ein Dazwischen, wo sich die Kräfte nach und nach neu verteilen. Wenn ein Familienmitglied  im Krankenhaus operiert wir und auf der Intensivstation liegt leben alle manchmal in einem Zustand zwischen Leben und Tod. Je länger dieser Zustand dauert, desto  zermürbender wird es. Irgendwann sehnen sich alle nach einem erlösten Zustand. Manchmal ist sogar der Tod akzeptabler als der Schwebezustand.
Was kennzeichnet dieses „Dazwischen“ aus? Es wirkt unentschieden, schwebend, instabil, übergangsartig und drängt nach Auflösung. Wie viele Minuten oder Stunden am Tag, in der Woche oder im Leben befinden wir uns im „Dazwischen?“ Ich vermute, dass diese Zeiträume länger sind als wir ahnen.
Für manche Menschen existiert nur schwarz oder weiß. Das Grau ist unerträglich. Ich möchte dich dennoch einladen, das „Dazwischen“ zu gestalten. Im „Dazwischen“ entscheidest du wohin du den nächsten Schritt lenkst. Im „Dazwischen“ finden alle Entscheidungsschritte statt. Oft sind wir eher auf das Ziel ausgerichtet und weniger auf den Vorgang des Gehens. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf das „Dazwischen“ richtest bist du auf einmal ganz im Hier und Jetzt. So wünsche ich dir segensreiche Zwischenräume.