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Montag, 12. Februar 2024

Wer sich allzuoft bückt, fängt an, krumm zu gehen und zu denken. (Persische Weisheit)

Unser Körperhaltung drückt aus, wie wir denken und fühlen. Wie wir denken und fühlen wirkt sich auf unsere Körperhaltung aus.
Wenn wir unsere Körperhaltung ändern, verändern wir auch zugleich unser Denken.
Ein Klient sitzt mir in der Beratung gegenüber. "Ich weiß keinen Ausweg. Ich kann nicht mehr, ich habe auch keine Ideen mehr, was ich noch machen kann, alles ist so mühsam. Immer kommen mir da die Hindernisse." Dabei sitzt der Klient auf seinem Stuhl. Er sitzt auch fest. Jetzt wünscht er sich ein Lösung damit er aufstehen und ins Handeln gehen kann. Aber das "Festsitzen" des Körpers sagt: "Es gibt keine Lösung." Ein wichtiger Schritt könnte sein, erst einmal aufzustehen und einen ersten Schritt zu gehen. Wenn ich den Körper in eine Lösungssituation bringen, dann folgt in der Regel auch das Denken. Wenn der Körper sitzt, sitzt auch sozusagen das Denken.
Die persische Weisheit erinnert mich an Menschen mit einem anderen Thema. Der "Untergebene" bückt sich vor dem "Vorgesetzten". "Jawohl Chef, mache ich Chef, ist es Recht so Chef!" Wenn dann noch die Angst dazu kommt, etwas falsch zu machen, bekommt die Verneigung den Ausdruck der Entschuldigung. "Habe ich nicht so gemeint. Hoffentlich ist es richtig so! Entschuldigung für dieses und für jenes... Entschuldigung, dass ich da bin!" So bückst du dich immer öfter und der Rücken gewöhnt sich an diese Haltung. Der Körper folgt deinem Denken. Du bückst dich und fängst an langsam zu verschwinden. Du wirst immer krummer. Geh mal eine Stunde lang krumm und nimm wahr, was du dann noch sehen kannst und was dein Rücken dir erzählt. Du siehst die Dinge auf dem Boden und verlierst das Bewusstsein für Freiheit und Weite. Mit dem krummen Rücken bekommst du krumme Gedanken: "Das Leben ist ungerecht, ich bin so erschöpft, alle wollen mir was..."
Überlege gut, vor wem du du dich bückst. Der aufrechte Gang und der klare Blick sind öfter gefordert als zu denkst.

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Samstag, 10. Februar 2024

Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein. (Johann Albrecht Bengel 1687-1752)

Mein Kalender schreibt diesen Spruch einer chinesischen Weisheit zu. Tatsächlich stammt er aber wohl von dem protestantischen Theologen Bengel. Warum glaubt mein Kalender wohl, dass es sich um eine chinesische Weisheit handelt. Wo lag der Anfang des Irrtums?
Wenn du einmal das Internet durchforstest wirst du feststellen, dass viele von vielen abschreiben manchmal mit richtiger Quelle, manchmal mit falscher und oftmals auch ohne Ursprungsangaben. Meine Sätze habe ich auch schon in einem Blog wiedergefunden und gedacht: Ach wie vertraut!
Macht es einen Unterschied, ob die Würdigung der Muße chinesischen oder protestantischen Ursprungs ist? Ich glaube nicht! Wir alle haben etwas Unsterbliches in uns. Wann wird unsere Sehnsucht nach einem ewigen Leben wach? Wenn ich den ganzen Tag arbeite, dann erschließt sich mir kaum ein Ewigkeitsgedanke. Da zählt das, was jetzt in diesem Augenblick zu tun ist.
Doch wenn du für einen ganzen Tag dich der Muße hingibst und in den Himmel schaust, dann öffnest du den Raum des unendlichen Kosmos. Ich nenne es den Zustand der "Verbundenheit". Das Gegenteil wäre die "Trennung". Das theologische Wort dafür heißt "Sünde" von absondern, getrennt sein. Die Stunde ist begrenzt, der Tag mit den 24 Stunden auch. Wenn dir die Sterblichkeit in den Sinn kommt, bist du im Zustand der Trennung, der "Sünde". Der Tod trennt dich vom Leben. Wie gelangst du jedoch  in einen Zustand der Verbundenheit? Wenn du dir Zeit nimmst und nichts tust, einfach da bist, verschwinden die "Zeitphänomene" wie Hektik oder Begrenzung. Die Zeit hört auf zu existieren. Es entsteht ein Zustand der Muße, in dem die Unsterblichkeit aufleuchtet. Auch, wenn du "arbeitest" kannst du in diese Bewusstheit hineingehen des "Ich Bin".
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Freitag, 9. Februar 2024

Heilsame Töne


Eigentlich würde ich hier lieber eine Audiodatei veröffentlichen, denn bei der Betonung geht es ja um den Ton und um das Hören. Auf den Ton kommt es an!
"Was du gesagt hast, stört mich nicht! Aber wie du es sagst! Da hast du dich wohl im Ton vergriffen!" Im Schwingen der Stimme hören wir mehr als nur Worte wie von einem neutralen Sprachcomputer. Da möchte jemand etwas von dir. Mit welchem Wort fängt er an? "Anna,... könntest du mal..." "Martin,... das finde ich jetzt...." Du wirst also mit deinem Namen angesprochen. Und oft vermutest du schon beim Aussprechen deines Namens, dass da jemand von dir etwas möchte. Kennst du auch solche Sätze wie: "Du meldest dich auch nur, wenn du etwas willst!" Jemand möchte "etwas" von uns, aber wir als Personen sind selbst oft gar nicht gemeint. Dein Auto ist interessant, dein Wissen, dein Rasenmäher oder dein Grill. Aber du?
Ja klar, du wirst mit deinem Namen angesprochen, aber du bist nicht gemeint. Jetzt stell dir einmal einen Menschen vor, der dich mag! Er spricht dich an und sagt deinen Namen. Er will nichts von dir. Er ruft nur deinen Namen! In seiner Stimme schwingt Wohlwollen, Aufmerksamkeit, Neugier und Freude. Da gibt es auf einmal einen völlig anderen "Ton". Die Vokale in deinem Namen fangen an zu schwingen. Die M's und S's, F's und W'S beginnen zu surren und zu vibrieren. Im "Tönen" deines Namens spürst du ein großes Willkommen. "Schön, dass du da bist!"
Auf den Ton kommt es wirklich an! Nicht, wenn jemand etwas von dir will. Einen höflichen und freundlichen Ton finde ich eher selbstverständlich. Mir geht es um den Ton, der da drunter und da drüber liegt. Die Ober- und Untertöne! Das ganze Spektrum deines Daseins! Ob du deinen Namen liest oder aussprichst - ein Riesenunterschied! Geh doch mal in den Wald und rufe deinen eigenen Namen. Summe ihn! Singe ihn! Dehne die Vokale und lasse es klingen! Verlocke dich selbst, lade dich ein und lege ein schelmisches Glucksen mit hinein. Dann geh in eine Kirche, stelle dich mitten in den Raum und wiederhole das Ganze noch einmal. Bemerkst du einen Unterschied? Du im Wald oder du in der Kirche?
Dann gehst du mit einem lieben Menschen in den Wald oder in die Kirche und "betönst" diesen. Du wirst merken, wie du da in Schwung kommst. Alle deine Körperzellen werden aktiv werden. Dein Gegenüber wird vor Freude und vielleicht auch vor Scham erröten. Aber es wird zu einem unvergesslichen Ereignis und Fest werden.
Nach der Bibel erschuf Gott die Welt durch das Wort. Er tönte auch! Durch die Schwingungen aus seinem Herzen, ausgedrückt in Töne und Worte wurde die Schöpfung! Für ihn kam es auch darauf an, dass er den Ton fand, der das Leben hervorbrachte. Auf den Ton kommt es an, weil er eine ganze Welt erschafft!
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Donnerstag, 8. Februar 2024

Es gibt heutzutage so viele Genies, dass man recht froh sein soll, wenn einem einmal der Himmel ein Kind beschert, das keines ist. (Georg Christoph Lichtenberg 1742 - 1799)


Dieser Spruch ist nicht modern sondern mehr als 200 Jahre alt. Zu jeder Zeit wurde also über Genies gesprochen. Ob sie es waren weiß ich nicht, aber sie wurden dafür gehalten.
Leben in deinem Umfeld auch viele Kinder, die du für Genies hältst? Oder die Eltern? Es stimmt ja auch. Jedes Kind ist ein Genie! Einmalig und unverwechselbar. Jedes Kind eine Königin und ein König. Vielleicht sind nicht alle Kinder superintelligent und Anwärter auf den Nobelpreis. Aber trotzdem Genies. Worin können Kinder Genies sein?
Im Nasebohren, im Radfahren, im Lachen, im Erzählen, im Zuhören, im Spielen, im Trotzen, in der Neugier, im Rechnen mit zehn Fingern, im Laufen, im Flunkern, im Verstecken und im Finden. Der Himmel beschert uns nur Genies. Ausschließlich! Es ist kein "Allgemeinkind" darunter. Jedes Kind ist in irgendetwas ein Genie. Ohne das kommt ein Kind gar nicht auf die Welt. Ein einziger Same schafft den Weg zum Ei am Anfang des Lebens. Alle anderen sind außen vor. Es braucht viele, viele Zellteilungen, bis so ein Menschlein sich im Bauch der Mutter herausbildet. Wie schafft es das Baby nur, den Weg herauszufinden. Die Angst zu überwinden und in die Welt hinauszuplumpsen. Geschieht das alles einfach nur automatisch? Nach einem Programm? Oder steckt da ein schöpferischer Geist hinter? Ich glaube an den Genie.
Und zugleich hat  Lichtenberg recht. All die Genies können einen ganz schön auf die Nerven gehen. Jedes Kind ist besonders. Kein normales da drunter. Wie anstrengend für all diese Kinder, ständig Genie sein zu müssen. Es den Eltern beweisen, dass sie wer sind. Sich unterscheiden vom Rest der Welt! Jedes Kind ist eben auch einfach nur ein Kind. Ein Kind unter Millionen von Kindern. Und jeder Erwachsene ist einer unter Millionen von Erwachsenen. Vor zwei Wochen saß ich mit vielen Hundert Menschen in einem Thermalbecken in Budapest. Um mich herum hörte ich Englisch, Französisch, Ungarisch, Spanisch, Chinesisch, Italienisch und Kauderwelsch. Alles Menschen und jeder Mensch ein Genie. Man muss es erst einmal bis Budapest schaffen - bis in das Thermalbad! Da sitzt du dann unter vielen Menschen und bist nur einer von diesen vielen Menschen. Kein Genie! Und doch einer! Für irgendeinen Menschen auf der Welt bist du ein Genie! Für deine Mama oder deinen Papa oder für deiner und deinem Liebsten!
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Mittwoch, 7. Februar 2024

Sei realistisch. Plane ein Wunder!


Wunder kann man nicht planen oder? Sie kommen einem zugeflogen! Sie haben nichts mit Realismus zu tun. Wenn ich mein Problem nicht lösen kann dann sprechen die Tatsachen dagegen. Es ist halt nichts möglich trotz meines intensiven Nachdenkens.
Sei realistisch. Es ist wie es ist. Nimm die Realität an. Dann hast du es leichter mit dir. Stell dich der Wirklichkeit. Wenn du Tatsachen akzeptieren kannst, geht es dir besser mit dir selbst. Du hörst auf mit unrealistischen Wünschen, die sich doch nicht erfüllen lassen. Die Wirklichkeit spricht dagegen.
Das stimmt so! Und zugleich lebst du dann in einer Wirklichkeit, die dich einschränkt.

Der Satz auf der Spruchkarte stimmt eben auch. Sei realistisch. Plane ein Wunder! Ja, du kannst ein Wunder planen! Du kannst einplanen, dass ein Wunder passieren darf. Du kannst dem Wunder dein Herz öffnen. Du kannst es für möglich halten. Du kannst dich auf das Wunder ausrichten, damit es zu dir kommen kann. Du kannst dem Wunder eine Erlaubnis erteilen. Und das ist sehr realistisch! Wenn du das machst verändert es deine Aufmerksamkeitsrichtung. Du richtest dich nicht mehr auf das Problem aus, sondern auf die Lösung. Du wirst lösungsbewusst. Du kommst weg von einem passiven Grundgefühl hin zu einem aktiven Handlungswillen. Du verlässt die Opferrolle und wirst zum Schöpfer. Und? Welches Wunder planst du gerade?
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