Montag, 11. Februar 2019

Manches wird gut, wenn wir es gut sein lassen.


Machst du auch die Erfahrung, dass du etwas nicht loslassen kannst. Du ärgerst dich über einen Satz deines Freundes, deiner Freundin. Du fühlst dich gekränkt und enttäuscht. Wie konnte sie nur so etwas sagen! Jetzt hat er alles zerstört.
Dann wollen wir eine Erklärung, damit wir es verstehen. Wir fragen den Freund und der erklärt sich. Aber wir sind nicht einverstanden damit. Die Erklärung reicht nicht aus. Da bleibt ein "hätte" und "könnte". Wir hätten gerne noch eine tiefere Erklärung. Eine die mehr befriedigt. Und außerdem noch eine Entschuldigung. Und zugleich lehnen wir die Entschuldigung hab, weil der Groll noch so tief sitzt. 
Wir können es einfach nicht stehen lassen. Wir erzählen anderen Menschen von diesem Satz und von dieser Kränkung und von dieser Freundin, die so etwas macht. Wir bekommen Bestätigung oder Skepsis oder Widerspruch. Und es ist wieder nicht genug. Als ob die Seele keine Ruhe finden kann. Da muss noch was geklärt werden. Da löst sich ein Ärgergefühl einfach nicht auf. Wir bleiben tief in der Kränkung vergraben.
Manches wird gut, wenn wir es gut sein lassen. Manches wird nie gut. Es wird auf keinen Fall gut, wenn ich mir den Groll immer wieder bestelle. Indem ich darüber nachdenke. Indem ich es anderen erzähle. Manches kann erst anfangen gut zu werden, wenn ich als ersten Schritt aufhöre, mir den gleichen Gedanken wieder aufzuwärmen. Wenn ich darauf verzichte, die Kränkung gesühnt haben zu wollen. Manches wird gut, wenn wir es gut sein lassen. Ich lasse also... die Gedanken, die mich kränken. Ich lasse die Bilder und das Erlebnis los. Ich gebe meine "Güte" hinein in das Bild und in das Ereignis. Ich höre auf, passiv zu sein und das Opfer zu spielen. Je mehr Güte ich hineinfließen lasse, desto mehr wird etwas gut. Oder wieder gut! Nach einem Streit fragen wir ja manchmal: "Und? Ist es wieder gut? Bist du mir wieder gut?" "Ja, ich bin dir wieder gut! Meine Liebe zu dir ist stärker als mein Groll! Ich lasse den Groll los!" Manches wird (von selber) gut, wenn wir es mit (Gut Sein) füllen.
www.matthias-koenning.de

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